DR. JÖRG SCHWEITZER

Hochschule RheinMain
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Post-WIMP Interaktions- und Visualisierungsmethoden für CSCW-Szenarios

Es wird der Einsatz von Post-WIMP Technologien für die Verwendung als Kommunikationswerkzeug betrachtet. Das Augenmerk liegt dabei auf Anwendungsbereichen, die Zusammenarbeit mehrerer Personen sowie On-Site Interaktion und Datenaufnahme beinhalten beziehungsweise von ihnen profitieren können.

Ausführliche Beschreibung

Effiziente Kommunikation ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei Situationen in denen mehrere Personen zusammenarbeiten. Dabei müssen Interaktionsmethoden sowohl die Einsatzumgebung als auch die zugrundeliegenden Dokumente berücksichtigen, um eine effiziente Unterstützung zu bieten. Dies gilt sowohl für die gleichzeitige Arbeit verteilter Partner in Form von Konferenzen, als auch für die zeitversetzte Arbeit mehrerer Personen oder unter Umständen sogar einer einzelnen Person. Durch die große Verbreitung von Technologien wie Surface Computing und Mobile Computing stehen akzeptable Rechenleistung und Kommunikationskanäle heute an nahezu jedem Ort zur Verfügung. Es werden die Möglichkeiten dieser Technologien zur Kommunikationsunterstützung betrachtet. Elementare Punkte sind dabei…

Nebenläufige Interaktion: Unterstützende Kommunikationswerkzeuge besitzen eine geringere Priorität, als die Arbeitsvorgänge selbst. Es ist daher wichtig, dass die mentale Arbeitslast der Interaktion ausreichend gering ist, um nicht den primären Arbeitsvorgang zu behindern. Post WIMP Technologien werden stark mit intuitiven und leichtgängigen Interaktionsformen in Verbindung gebracht und sollten hierbei einen großen Nutzen bieten können.

Interaktion und Modellbildung: Effiziente Interaktionsmodelle sind abhängig vom inhaltlichen Gegenstand der Kommunikation. Es sollen besonders Szenarien mit Bezug zu realen Objekten aus der Umgebung betrachtet werden. Hier sind sowohl klassische Dokumente wie CAD- Pläne als auch neuere Datenobjekte wie automatisch orientierte Bildersammlungen von Bedeutung.

On-Site-Interaktion: Mit mobilen Endgeräten ist auch eine Kommunikation vor Ort möglich, wie sie von klassischen Dekstop-Geräten nicht angeboten werden kann. In derartigen Situationen bekommt das Argument der geringen mentalen Last zusätzliche Bedeutung, da je nach Einsatzort (bspw. Baustellen) auch ein potentielles Unfallrisiko für die Sicherheit der Benutzer besteht.

On-Site-Modellbildung: Mobile Geräte wie Tablets und Smartphones können genutzt werden, um über die eingebaute Kamera Bilder von der Situation vor Ort anzufertigen. Die entstehenden Bildersammlungen müssen für effizientes Arbeiten jedoch weiter organisiert werden. Hier kommen Verfahren zur geometrischen oder semantischen Ordnung in Betracht die dem Benutzer eine automatische Organisation und eine inhaltsbezogene Navigation ermöglichen.

Kontrollfluss: Zur Vermeidung von Konflikten im Arbeitsablauf werden Methoden zur Kontrolle der Teilnehmeraktionen benötigt. Hierfür sind Metaphern wie Master Slave Modi, wechselseitiger Ausschluss oder Chairman Funktionen zu betrachten.

Beitrag zum Doktorandenkolleg

Multimediale Kommunikationsszenarien sind in den letzten Jahren sehr stark expandiert. Der Austausch von Informationen sowohl im sozialen Bereich als auch für effizienteres Arbeiten wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Bei Interaktionsformen und dem Einsatz neuer Technologien ergeben sich hier Synergien mit dem Thema Lebenswelten der Zukunft.

Tags

CSCW, On-Site-Interaktion, Post-WIMP